Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Stand: 16. Juli 2026
für die Nutzung von Camtly (camtly.de / app.camtly.de), ein Dienst der Soberciety GmbH, Junkersstraße 20, 93055 Regensburg (nachfolgend „Anbieter“).
1. Geltungsbereich; Unternehmer
1.1 Diese AGB gelten für alle Verträge über die Nutzung der Software-as-a-Service-Anwendung Camtly zwischen dem Anbieter und dem Kunden.
1.2 Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, insbesondere Steuerkanzleien und Unternehmen. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern ist ausgeschlossen. Der Kunde bestätigt bei der Registrierung bzw. Buchung ausdrücklich, dass er als Unternehmer handelt. Der Anbieter kann Nachweise der Unternehmereigenschaft (z. B. USt-IdNr., Handelsregisterauszug) verlangen und den Vertragsschluss hiervon abhängig machen.
1.3 Abweichende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn der Anbieter ihnen nicht ausdrücklich widerspricht.
2. Vertragsgegenstand; Leistungsbeschreibung
2.1 Camtly ist eine Webanwendung zur Umwandlung von Umsatzdateien (insbesondere Kreditkarten-CSV-Exporten) in DATEV-taugliche Formate (u. a. camt.053, MT940 sowie — je nach Tarif — DATEV-Buchungsstapel) einschließlich Prüffunktionen (z. B. Prüfbericht, Saldenkette, Dubletten-Hinweise).
2.2 Die Umwandlung der Dateiinhalte erfolgt lokal im Browser des Kunden; die Dateiinhalte werden nicht an Server des Anbieters übertragen. Die Verantwortung für die Datensicherung der erzeugten Dateien liegt beim Kunden (Ziffer 7).
2.3 Der Funktionsumfang des jeweiligen Tarifs ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung auf der Preisseite (camtly.de/preise) zum Zeitpunkt der Buchung. Als „bald“ oder „geplant“ gekennzeichnete Funktionen sind nicht Vertragsbestandteil.
2.4 Übergabepunkt für die Leistung ist der Internet-Anschlusspunkt des vom Anbieter genutzten Rechenzentrums. Für die Beschaffenheit und Verfügbarkeit der Internetverbindung des Kunden ist der Anbieter nicht verantwortlich.
2.5 Der Anbieter erbringt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die fachliche Prüfung und Verwendung der erzeugten Dateien obliegt dem Kunden bzw. dessen steuerlichen Beratern.
3. Vertragsschluss
3.1 Der Vertrag kommt durch Registrierung und — bei kostenpflichtigen Tarifen — durch Abschluss des Bestellvorgangs zustande. Der Vertragstext (diese AGB) ist jederzeit unter camtly.de/agb abrufbar; Eingabefehler können im Bestellvorgang vor Abschluss korrigiert werden.
3.2 Vertragssprache ist Deutsch.
4. Testphase; Übergang in das Abonnement
4.1 Der Anbieter kann eine kostenlose Testphase (derzeit 14 Tage) anbieten. Umfang und Bedingungen werden beim Start der Testphase angezeigt.
4.2 Sofern die Testphase mit hinterlegter Zahlungsart angeboten wird, geht sie nach ihrem Ablauf automatisch in das gewählte kostenpflichtige Abonnement über, wenn der Kunde nicht zuvor kündigt. Auf den Preis, das Datum der ersten Abbuchung und die Kündigungsmöglichkeit wird beim Start der Testphase deutlich hingewiesen; der Anbieter informiert den Kunden zudem rechtzeitig vor Ablauf der Testphase über den bevorstehenden Übergang. Kündigt der Kunde vor Ablauf der Testphase, entstehen keine Kosten.
4.3 Je Kunde ist grundsätzlich nur eine Testphase möglich.
5. Nutzungsrechte
5.1 Der Kunde erhält für die Vertragslaufzeit das einfache, nicht ausschließliche, nicht übertragbare und nicht unterlizenzierbare Recht, die Anwendung im vertraglich vereinbarten Umfang für eigene Zwecke (bei Kanzleien: einschließlich der Bearbeitung von Mandaten) zu nutzen.
5.2 Zugangsdaten dürfen nicht an Dritte außerhalb der berechtigten Organisation weitergegeben werden. Die Anzahl der Nutzer und Mandanten richtet sich nach dem gebuchten Tarif.
6. Verfügbarkeit; Wartung
6.1 Der Anbieter schuldet eine Verfügbarkeit der Anwendung von 99 % im Monatsmittel am Übergabepunkt (Ziffer 2.4).
6.2 Nicht als Ausfallzeiten gelten Zeiten geplanter Wartung, die — soweit möglich — außerhalb üblicher Geschäftszeiten durchgeführt und mindestens 24 Stunden zuvor in der Anwendung angekündigt werden (max. 4 Stunden je Kalendermonat), sowie Ausfälle aufgrund höherer Gewalt oder von Umständen, die der Anbieter nicht zu vertreten hat.
6.3 Da die Umwandlung lokal im Browser erfolgt, bleiben bereits geladene Konvertierungsvorgänge von kurzzeitigen Server-Ausfällen regelmäßig unberührt.
7. Pflichten des Kunden
- Nutzung eines aktuellen, unterstützten Browsers;
- Geheimhaltung der Zugangsdaten und unverzügliche Information bei Verdacht auf Missbrauch;
- eigenverantwortliche Sicherung der erzeugten Export-Dateien und der Quelldateien (die Anwendung ist Konverter, kein Archiv);
- fachliche Kontrolle der Ergebnisse vor Import in Drittsysteme (z. B. DATEV);
- keine missbräuchliche, gesetzeswidrige oder die Systemsicherheit gefährdende Nutzung.
8. Vergütung; Zahlung; Verzug
8.1 Es gelten die bei Buchung angezeigten Preise. Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
8.2 Die Abrechnung erfolgt je nach Wahl monatlich oder jährlich im Voraus über den Zahlungsdienstleister Stripe. Rechnungen werden elektronisch bereitgestellt.
8.3 Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter nach erfolgloser Mahnung mit angemessener Frist berechtigt, den Zugang bis zum Ausgleich zu sperren; die Zahlungspflicht bleibt unberührt. Die Geltendmachung weiterer Verzugsrechte bleibt vorbehalten.
9. Laufzeit; Kündigung
9.1 Monats-Abonnements haben eine Laufzeit von einem Monat und verlängern sich jeweils um einen weiteren Monat, wenn sie nicht bis zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode gekündigt werden. Jahres-Abonnements haben eine Laufzeit von zwölf Monaten und verlängern sich um jeweils weitere zwölf Monate, wenn sie nicht bis zum Ende der laufenden Laufzeit gekündigt werden.
9.2 Die Kündigung ist jederzeit in der Anwendung (Einstellungen → Plan & Abrechnung) oder in Textform möglich. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
9.3 Auf Anfrage stellt der Anbieter dem Kunden die serverseitig gespeicherten Daten innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende in einem gängigen, maschinenlesbaren Format bereit; anschließend werden sie gelöscht, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten bestehen.
10. Preis- und Leistungsänderungen
10.1 Preisänderungen bietet der Anbieter als Änderungsangebot mit einer Frist von mindestens sechs Wochen zum jeweils nächsten Verlängerungszeitpunkt in Textform an. Widerspricht der Kunde oder kündigt er, endet der Vertrag zum Ende der laufenden Laufzeit; andernfalls gilt der neue Preis ab der Verlängerung.
10.2 Der Anbieter darf die Anwendung weiterentwickeln und ändern, soweit der vertraglich vereinbarte Leistungsumfang im Kern erhalten bleibt.
11. Datenschutz; Auftragsverarbeitung; Verschwiegenheit (§ 203 StGB)
11.1 Einzelheiten zur Datenverarbeitung ergeben sich aus der Datenschutzerklärung.
11.2 Soweit der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Kunden verarbeitet (insbesondere Mandanten-Stammdaten, die der Kunde in der Anwendung anlegt), gilt der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) als Bestandteil dieses Vertrags; er wird mit Annahme dieser AGB geschlossen. Konto-, Organisations- und Abrechnungsdaten verarbeitet der Anbieter als eigener Verantwortlicher gemäß der Datenschutzerklärung.
11.3 Gegenüber Berufsgeheimnisträgern gilt zusätzlich die Verschwiegenheitsvereinbarung nach § 203 StGB / § 62a StBerGals Vertragsbestandteil.
12. Gewährleistung; Haftung
12.1 Die verschuldensunabhängige Haftung des Anbieters für bereits bei Vertragsschluss vorhandene Mängel (§ 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB) ist ausgeschlossen.
12.2 Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei schuldhafter Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang einer übernommenen Garantie.
12.3 Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten — also solcher Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf — und der Höhe nach begrenzt auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden.
12.4 In Fällen einfacher Fahrlässigkeit (Ziffer 12.3) ist die Haftung für den Verlust von Daten auf den Wiederherstellungsaufwand beschränkt, der auch bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Sicherung der Daten durch den Kunden entstanden wäre. Die Haftung nach Ziffer 12.2 bleibt unberührt.
12.5 Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen.
13. Vertraulichkeit
Beide Parteien behandeln vertrauliche Informationen der jeweils anderen Partei vertraulich und verwenden sie nur zur Durchführung des Vertrags. Gesetzliche Offenbarungspflichten bleiben unberührt.
14. Änderungen dieser AGB
Änderungen dieser AGB bietet der Anbieter dem Kunden in Textform an. Die Zustimmung des Kunden gilt nur dann als erteilt, wenn (a) die Änderung zur Anpassung an Gesetzesänderungen, Rechtsprechung oder behördliche Vorgaben erforderlich ist, (b) sie für den Kunden ausschließlich vorteilhaft ist oder (c) sie rein redaktioneller Natur ist, und der Kunde nicht innerhalb von sechs Wochen widerspricht; auf diese Folge wird im Angebot gesondert hingewiesen. Alle übrigen Änderungen — insbesondere solche wesentlicher Leistungspflichten oder der Vergütung — bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden bzw. erfolgen nach Ziffer 10.
15. Schlussbestimmungen
15.1 Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
15.2 Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand Regensburg.
15.3 Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.